Federbuch #4

Freitag, 31. März 2017


....Heute schon durchgeatmet?
Musstet ihr gerade auch erst kurz überlegen, ob ihr heute schon ganz bewusst eine kleine Pause eingelegt habt?

Ich musste leider viel zu lange darüber nachdenken, denn ich kann diese Frage  (zumindest für den heutigen Tag) ganz klar mit Nein beantworten. 😟
Abgesehen von meiner obligatorischen kurzen Mittagspause, die ich aber wie meistens mit dem Abholen von Büchern verbracht habe, hatte ich bisher keine wirklich ruhige Minute.

Ich finde das wirklich schlimm, denn unser gesamter Alltag besteht fast nur noch aus einem Hin und Herhetzen von einem Termin zum nächsten, von einer Verabredung zur anderen, von einer wichtigen Aufgabe, die erledigt werden muss, zur nächsten. Entspannung und einen Moment zum Durchatmen, und damit meine ich wirklich Durchatmen - in sich gehen und alles eigentlich wichtige für einen Moment beiseite schieben - sind in der heutigen Zeit Mangelware.
Geht da noch was?!
Wer kennt es nicht?!
Ich schreibe nur noch eben diesen Brief fertig. Nur noch dieses eine Telefonat. Gleich mache ich Feierabend, aber erst muss ich noch Doku machen.
Ich kann logischerweise nur mich und meine eigene Arbeit als Referenz nehmen, aber bei mir treffen diese Aussagen leider alle voll ins Schwarze. Wenn sich mal 10 Minuten ergeben, die ich damit ausfüllen könnte, mir einen Kaffee zu holen oder auch einfach bei schönem Wetter die Sonne einen Moment zu genießen. Ich werde es oft nicht tun, denn eher schreibe ich halbherzig Dokumentation oder mache anderen Bürokram, der eben so ansteht. Und wirklich kurz Abschalten um danach wieder durchzustarten ist da irgendwie nicht drin. Leider ist dieses Verhalten nicht nur bei mir zu beobachten, sondern viele Leute, mit denen ich spreche, klagen immer wieder über ähnliches: Vierzig Stunden Woche, von morgens bis abends nur auf der Arbeit, kaum Momente zum Erholen und immer noch mehr und mehr Arbeit.
Leider ist das inzwischen unsere Gesellschaft. Wir sind eine Leistungsgesellschaft geworden und es ist mir egal, was andere vielleicht sagen, aber ich glaube, dass sich durch dieses Denken unsere Gesellschaft nach und nach kaputt macht.
Immer mehr Leistung erbringen in immer weniger Zeit für immer weniger Geld.
Wie viele Menschen kennt ihr, die wirklich sagen: "Das ist mein Traumberuf und die Arbeitsbedingungen sind auch top!" ? Ich kenne leider viele, die ihren Job wirklich wirklich sehr gerne machen, aber leider sind die Bedingungen und am allermeisten das liebe Geld leider doch der Punkt, der nicht so passt. 
Mein Pflichtbewusstsein und ich...
Vielleicht beschäftigen mich manche Dinge auch einfach mehr als andere und vielleicht denkt der ein oder andere auch "Was will die denn? Soll sich nicht so anstellen!"
Falls du dazu gehören solltest: Dann les halt nicht weiter!!! 😉 Ich werde mich nämlich nun über mein wirklich anhängliches Pflichtbewusstsein auslassen.
Dieses nette Wesen begleitet mich nun schon seit geraumer Zeit meines Lebens, eigentlich schon immer (wie sollte es auch anders sein). Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit, da gab es immer wieder Phasen, in denen ich auch rebellisch war, aber meistens setzte sich der Drang Hausaufgaben zu machen und für Klausuren zu lernen doch durch. Auf jedenfall dann, wenn es wirklich wichtig war, Komischerweise wollte mein Pflichtbewusstsein mich allerdings nicht beim Geigenunterricht unterstützen, da hat es mich einfach eiskalt abblitzen lassen.

Wie auch immer, ich merke immer wieder, dass es mir schwer fällt die Arbeit Arbeit sein zu lassen und wirklich abzuschalten. Wahrscheinlich war das auch ein Grund, warum ich nach langer Zeit wieder mit dem Lesen um dem Bloggen angegangen habe. 😅 Für viele Leute ist das nicht nachvollziehbar, aber durch die Arbeit an diesem Blog gelingt es mir wirklich abzuschalten. Sogar das Schreiben dieses Posts (und auch das erneute Verfassen nach Absturz des Laptops) ist zwar (irgendwie) eine Form von Arbeit, aber überhaupt nicht anstrengend. Nein, im Gegenteil! Ich merke wie ich von Minute zu Minute mehr entspanne und die stressige Woche hinter mir lassen kann.
Atempause No. 1 - 365 kleine Auszeiten
Ich glaube, dass jeder für sich selber schauen muss, wie er sich im Alltag kleine Atempausen schaffen kann. Da mir das, vor allem während der Arbeitszeit oft schwer fällt, habe ich angefangen besonders vor und nach der Arbeit bewusst ein paar Minuten für mich zu nehmen.

Mein Morgen startet in der Regel mit einem Kaffee und meinem 365-Tage-Tischkalender. Jeden Tag erwartet mich dabei ein neuer Spruch einer berühmten oder weniger berühmten Persönlichkeit aus Literatur, Film, Politik usw. Jeden Morgen nehme ich mir ein paar Minuten für das Umblättern auf den nächsten Tag und auch um über den Satz, der dort steht, einen kurzen Moment nachzudenken. Ich merke, wie ich dadurch schon mit einem ganz anderen Gefühl morgens aus dem Haus gehe.
Heute zum Beispiel stand folgendes Zitat im Kalender:
Atempause No. 2 - Happy Mantras to go
Ja, ich gebe es zu: Ich stehe irgendwie schon auf diese ganzen Motivations- und Aufbaugedöns. 😇 Ich fand Tischkalender mit aufbauenden Sprüchen, Orakelbücher, große Wandkalender mit Sprüchen und Motivationskarten schon immer toll!
Da ich eben auch während der Arbeit oft vergesse mir Auszeiten zu nehmen oder auch einfach mal die Gedanken auf etwas anderes zu lenken, ziehe ich immer wenn mir danach ist, eine neue Mantrakarte aus dem Stapel. Manchmal kommt das einmal in der Woche vor, manchmal aber auch zweimal am Tag. Es ist immer sehr unterschiedlich, wie sehr mich das Mantra anspricht.
Meistens liegt die Karte auf meinem Konsolentisch im Wohnzimmer in diesem schönen Schälchen damit ich es immer wenn ich daran vorbei laufe sehen und mich daran erinnern kann. Manchmal nehme ich die Karte aber auch mit zur Arbeit, damit ich tagsüber immer wieder daran erinnert werde. Es gibt ja so viele Möglichkeiten. 😊
Mir helfen diese beiden Dinge sehr um mich in meinem alltäglichen Stress immer wieder zurückzunehmen und kurz innezuhalten. Es gelingt mir mal mehr mal weniger, aber wie heißt es so schön: Der Wille zählt und der Weg ist das Ziel!

Wie entflieht ihr dem Stress des Alltags? Habt ihr auch solche kleinen Helferlein?  💟

Kommentare:

  1. Hallo Federmädchen, mit deinen Worten triffst Du den Zeitgeist. Achtsam durch den Tag gehen, kleine Momente betrachten und wenn es nur eine winzig kleine Blume ist.... Hilfreich für achtsam Momente sind fünf Bohnen/Erbsen oder so in der Hosentasche und jede wandert bei einem achtsam Augenblick in die andere Hosentasche....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, das ist wirklich ein tolle Idee mit den fünf Bohnen/Erbsen!! Heutzutage wird es leider immer schwieriger auf sich selbst zu achten und kurz inne zu halten!!
      Vielen Dank für dein Kommentar, es freut mich immer, wenn jemand sich die Mühe macht, meine Gedanken zu lesen :)

      Löschen

Hallo lieber Bücherfreund!
Schön, dass du mich in meiner Federwelt besuchst.
Ich freue mich über jede kleine Nachricht, die du hier hinterlässt. :)