[Rezension] Der Anfang des Weges - A. Disia

Sonntag, 30. Juli 2017


Infos
Verlag: neobooks ~ Format: ebook ~ Altersempfehlung: ab 14 ~ Seitenzahl: 230 ~
ISBN:  978-3-7427-8775-0 ~ Preis: €3,99 (D) ~ Website: disia.de
Klappentext
Eine junge Seherin, die an ihrer Pflicht verzweifelt.
Eine Bauerstochter, deren Seelenheil geraubt wird.
Zwei Pfade, die miteinander verwoben sind.

In ihren Visionen sieht Tanra Iandoo immer wieder einen Mann sterben. Sie muss den Fremden rechtzeitig finden und ihre Furcht vor dem unbekannten Mann überwinden, um ihn zu warnen und ihre Pflicht zu erfüllen. Aber wie soll sie es schaffen, sein Schicksal abzuwenden, ohne ihr eigenes Leben zu riskieren?
Yolde Fröhling träumt von einem glücklichen und friedlichen Leben mit dem Bauern Tondert. Als ein dunkler Zauberer in ihr Dorf kommt und sie verflucht, zerplatzt ihr Wunsch und sie wird verstoßen. Kann sie nun völlig auf sich alleine gestellt den Fluch brechen?
Der Anfang des Weges ist der Auftakt der Fantasyreihe Pflichtgebunden.

So beginnt es
Ein Mann ging zu einem Fenster und blickte hinaus.
Was ich sage
Es schon etwas länger her, als ich von Alicja aka A.Disia eine sehr liebe Rezensionsanfrage zur ihrem Buch Der Anfang des Weges bekam. Auch jetzt gerade beim Schreiben dieser Rezension freue ich mich immer noch sehr, dass sie mich dafür ausgesucht hat!! Besonders glücklich bin ich darüber, dass mich dieses Buch aus einer sehr hartnäckigen Leseflaute erlöst hat!! Sozusagen.. der Anfang des Weges in eine lesereichere zweite Jahreshälfte.

Vielen vielen Dank liebe Alicja, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast dein wundervolles Buch zu lesen!! Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt!!!

Diesmal beginne ich wirklich am Anfang und das ist beim Buch bekanntlich das Cover. Da ich Der Anfang des Weges als Ebook lesen durfte war von schönem farbenfrohen Cover erst mal nicht so viel zu sehen (wie das üblicherweise so ist), aber da ich natürlich auch neugierig war habe ich es mir auch in Farbe mal angeschaut und es gefällt mir ausgesprochen gut. Die grün-bräunliche Farbwahl passt unheimlich gut zu den Geschehnissen im Buch und strahlen auch eine mystische-geheimnisvolle Atmosphäre aus. Die Frau auf dem Cover soll die Hauptfigur Tanra darstellen, zumindest hat sie das für mich, denn mit den langen Haaren und der ruhigen und doch kraftvollen Ausstrahlung erinnert sie mich einfach direkt an Tanra.

Im ersten Teil der Pflichtgebunden-Reihe treffen wir auf die junge Seherin Tanra Iandoo, die ein bescheidenes Leben in der Stadt Erlengrund führt und sich ihren Lebensunterhalt durch das Vorhersagen von anderer Menschen Zukunft verdient. Als sie durch ihre Vision auf den grobschlächtigen Hal Schinder trifft, wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. In einem anderen Fleckchen der Welt lernen wir auch die junge Yolde Fröhling kennen, die mit ihrer Familie in einem kleinen Bauerndorf lebt. Als eines Tages ein mysteriöser dunkler Zauberer in dem Dorf auftaucht, stellt sie sich ihm entgegen und wird als Strafe von ihm verflucht. Verstoßen aus ihrem Heimatdorf macht sie sich auf die Reise einen Weg zu finden den Fluch zu brechen. Dabei bekommt sie alsbald Hilfe von Dabbert Bogner, der im Gegensatz zu Yolde mehr von der Welt dortdraußen weiß als sonst jemand.

Die ersten paar Seiten fielen mir noch ein wenig schwer zu lesen. Ich musste mich zum einen erst einmal mit den doch recht außergewöhnlichen Namen anfreunden, über die ich die ersten Kapitel erst einmal immer wieder gestolpert bin. Das hat sich aber doch recht schnell auch wieder gelegt und mit einem passenden Bild von den Figuren vor Augen haben auch die Namen super gepasst. Was ebenso in die Kategorie "ungewöhnlich" passt, ist der Schreibstil von A. Disia. Vor allem zu Beginn des Buchen (quasi in meiner Einlesphase) bin ich immer mal wieder über manche Sätze und Formulierungen gestolpert, da sie manchmal klingen wie aus einer anderen Zeit - ich möchte eigentlich ungern sagen kompliziert oder gezwungen, aber beides kommt dem etwas näher. Allerdings finde ich auch, dass das irgendwie auch zu der Geschichte gepasst hat, denn sie spielt in einer Zeit, in der wesentlich mehr Wert auf bestimmte Umgangsformen gelegt wurde und auch die Religion einen höheren Stellenanteil hatte. Ich habe mich sehr schnell an die Sprache gewöhnt und schon nach zwei bis drei Kapiteln war das kein Thema mehr. Ich habe das Buch in fast einen Rutsch schließlich verschlungen und mein geliebtes Kopfkino war auch allgegenwärtig.

Die Hauptfiguren Tanra und Yolde gefallen mir vor allem, weil sie beide sehr unterschiedlich sind und mit ihrem Schicksal auch sehr unterschiedlich umgehen. Tanra ist eine demütige und bescheidene junge Seherin, die mit ihrer Gabe immer wieder zu kämpfen hat. Obwohl es für sie ein Geschenk ist die Visionen ihrer Göttin zu erhalten, merkt sie immer mehr, dass es auch eine schwere Bürde ist, die Zukunft von Anderen zu erfahren und unter Umständen nichts tun zu können. Die junge Frau scheint noch nie mehr gesehen zu haben als die Stadt in der sie lebt, denn der Gedanke daran, die Stadt zu verlassen und auch die Art und Weise wie sie sich während ihrer Reise mit Hal verhält machen deutlich, dass sie anfangs nicht weiß, was sie wirklich tun soll. Sie ist ängstlich und verwirrt über die Geschehnisse und möchte mit dem Tod am liebsten nichts zu tun haben. Spannend ist daher ihre Entwicklung zum Ende des Buches, denn sie wird zunehmend mutiger und auch selbstbewusster gegenüber ihrem Handeln. Auch sehr spannend finde ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Hal und Tanra, denn anfangs konnten beide kaum miteinander, nach der ersten Begegnung auch irgendwie verständlich. Aber je länger sie miteinander auskommen müssen, desto weniger scheint es ein Zwang zu sein als doch so etwas wie aufrichtige Sorge um den Anderen. Mit Yolde musste ich mich (auch wegen des Namens) erst einmal anfreunden, was aber widererwarten sehr schnell ging. Vor allem ihre gegensätzliche Art zu Tanra machten sie sehr sympathisch. Sie ist mutiger, hat sich schnell mit ihrem Schicksal abgefunden und sucht nach einer Lösung für das Problem. Allerdings ist sie in manchen Situationen auf eher aufbrausend und unbedacht, was nicht immer von Vorteil ist. Auch ihre Entwicklung vor allem am Ende ist wahnsinnig spannend und ob es nun eine wirkliche "Rettung" vor dem Fluch ist, darüber lässt sich, glaube ich, streiten.

Ich bin froh, dass ich Der Anfang des Weges eine Chance gegeben habe, denn ich wurde definitiv nicht enttäuscht! Obwohl ich mich anfangs etwas schwergetan habe, konnte mich die spannende Handlung so sehr fesseln, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Es ist toll und bilderreich geschrieben, was das Lesen um einiges erleichtert hat, die Figuren sind authentisch und realistisch und auch ihre Aktionen/Reaktionen auf die verschiedenen Geschehnisse sind total nachvollziehbar.

Fazit
Der Anfang des Weges ist meine Rettung und mein Anfang aus einer tiefen tiefen Lesekrise! Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die ich einfach mal auf die Krise schiebe, konnte mich das Buch überzeugen und gefangen nehmen. Am liebsten hätte ich direkt mit einem zweiten Teil weitergemacht, aber da werde ich mich wohl noch gedulden müssen!!




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