[Rezension] Krieger des Lichts [Sum lux in tenebris] - Jasmin Romana Welsch

Samstag, 13. Januar 2018

Infos
Verlag: Sternensand ~ Format: Taschenbuch ~ Altersempfehlung: ab 12 ~ Seitenzahl: 616 ~
ISBN:  978-3-906829-57-9 ~ Preis: € 16,95 (D)
Klappentext
Der Kampf gegen Astaras hat unzählige Lücken in den Reihen des Ordo Equester hinterlassen. Abschied zu nehmen, fällt schwer, ebenso wie der Alltag. Dieser präsentiert sich Mia als endlose Abwärtsspirale aus Depression und Apathie. Raphaels Wellen färben die Dunkelheit in ihr grau und lassen sie wieder Luft bekommen. Aber nur Keons Leuchten und der Orden in Florenz sind hell genug, um sie zurück ins Leben zu führen. Angeschlagen und auf der Suche nach etwas, das die Leere in ihr füllt, widmet sich Mia ihrem Wächterdasein. Es spielt keine Rolle, ob die Konflikte, in die sie sich einmischt, eine Nummer zu groß für sie sind, denn zuzusehen, wie Conans Zirkel von radikalen Anschlägen heimgesucht wird, ist keine Option. Dass jemand anderes ihre Hilfe viel dringender braucht und dieser Konflikt die Mauern des Ordens in ihren Grundfesten erschüttern könnte, begreift Mia erst sehr spät und fasst einen gewagten und schicksalsträchtigen Entschluss.
So beginnt es
Meine Tante hatte mir einmal gesagt, das Leben würde mir nicht mehr zumuten, als ich ertragen könnte.
Was ich sage
Mit Krieger des Lichts [Sum lux in tenebris] von Jasmin Romana Welsch habe ich nun auch den zweiten Teil der gleichnamigen Trilogie verschlungen. Nachdem ich ja den Auftakt bereits in einem Affenzahn durchgelesen habe, war ich anschließend umso versessener darauf zu erfahren, wie es mit Mia, Keon und den Engeln weiter geht.

Auch diesmal möchte ich zu aller erst auf das Cover zu sprechen kommen. Es ist im gleichen Stil gehalten, wie das von Teil 1, allerdings ist es nun schon nicht mehr ganz so strahlend hell, als wenn es in göttliches Licht getaucht sei. In der Mitte befindet sich wieder das Zeichen des Ordens, ein Kreuz in wunderschönen Blautönen gehalten mit kleinen Flügeln und einem zauberhaften Rosenkranz gespickt mit blauen Rosen. Von diesem Kreuz bin ich immer wieder hin und weg, ich könnte es stundenlang anschauen sei es nun als Cover, sei es als kompletter Buchrücken im Regal. Der große Unterschied ist nun aber, dass sich die oberen Flügel eines Engels nun dunkelblau/schwarz verfärbt haben. Ein Zeichen dafür, dass es wohlmöglich düsterer wird und vielleicht auch, dass die Engel eben nicht immer strahlend schön und hell und vor allem gut sind. Genau das drückt nämlich auch das Cover aus - einen Wandel und die aufkeimende Dunkelheit!

Doch worum geht es nun in dem Buch?!
Die junge Mia hat mit dem Wechsel an die mysteriöse Schule Ars Vivendi und ihrer Ausbildung als Wächterin ein komplett neues Leben begonnen. Sie ist in eine Welt eingetaucht, von der sie niemals glaubte, dass sie wirklich existiert. In dieser Welt gibt es Engel, Erzengel - allen voran der wunderschöne Schulleiter Raphael und der Kriegsengel Gabriel, in den sich Mia unsterblich verliebt - aber auch Dämonen, Erddämonen und noch finsterere Wesen. Auch die Geschichten um Gottes Liebling Luzifer bewahrheiten sich und doch merkt Mia bald, dass die Geschichten, die ihr bekannt sind alle nicht der ganzen Wahrheit entsprechen. Sie erfährt, wer ihre Eltern waren und findet sich bald in einem uralten Kampf zwischen Gut und Böse wieder. Dieser Kampf gegen Astaras forderte unzählige Opfer und nicht zuletzt auch eines, dass Mia nicht zu verkraften scheint. Gabriel, ihr Gabriel, ist gefallen! Sie versinkt in tiefer Trauer, lässt nichts und niemanden an sich heran und vegetiert wochenlang nur noch apathisch vor sich hin. Nichts scheint ihren Schmerz zu lindern - nicht einmal Raphael, der sonst ein Händchen dafür hat, ist machtlos. Und auch Keon gelingt es anfangs kaum an Mia heranzukommen. Allerdings scheint sein mysteriöses Leuchten das einzige zu sein, dass Mia irgendwie beruhigt und langsam zurück ins Leben führt. Ohne Gabriel und mit dem Wissen über all die Verluste, weißt sie nicht wohin - welche Aufgabe  sie nun hat - wo ihr Platz ist.

Ich habe den ersten Teil mit einem fassungslosen und sprachlosen und total schockiertem Gefühl beendet und nach diesem Cliffhanger, voller Dramatik und Traurigkeit, konnte ich nicht anders. Ich musste sofort die Fortsetzung lesen, komme was da wolle! Ich war infiziert, nicht von Luzifer, wobei ich diese Idee mit der Krankheit, die infiziert wirklich spannend finde, sondern von den Engeln, von Mia, von Keon, von der ganzen Geschichte!
Zugegeben - ich hatte wirklich wirklich enorme Einstiegsschwierigkeiten! Der Anfang war sehr sehr zäh zu lesen, die Handlung kam nur schleppend voran und Mia drehte sich gefühlt tausendmal im Kreis. Wahrscheinlich war ich auch einfach zu ungeduldig und wollte einfach schnell wissen, wie Mia den Verlust verkraftet und wie sie weiter macht. Wie gesagt, die erste Kapitel waren verdammt zäh und langatmig, aber irgendwo passte das dann auch wieder zu Mias Situation. Ich glaube auch so im nachhinein, wenn es ihr nach zwei drei Kapiteln schon wieder gut ginge, hätte ich da auch was dran auszusetzen gehabt. Fakt ist, dass es dann doch recht schnell wieder sehr rasant wurde und ich dann plötzlich viel zu schnell schon wieder auf den letzten Seiten war. Ab der Hälfte des Buches ging es ungefähr los, danach kam ein Knüller nach dem anderen.
Die Handlung ist wieder unfassbar spannend, es hat zwar auch diesmal wieder etwas gedauert, bis der Funke sich entzündet hat, aber danach wurde es zu einer Feuersbrunst. Ich habe nichts vermisst! Alles war da: Humor, Tragik, Drama, Romantik und auch wieder jede Menge Engel und Dämonen! Der Schreibstil von Jasmin Romana Welsch hat mir diesmal sogar noch besser gefallen, er war unkompliziert und so bilderreich geschrieben, dass es mir sehr leicht fiel, dass Buch durchzusuchten.

Ich habe schon in der vorherigen Rezension erwähnt, dass mir der Kontrast zwischen den beiden Bänden unheimlich gut gefallen hat. Während in Nihil fit sine causa noch ein relativ strahlendes Bild vermittelt wurde, was ja auch das hell leuchtende Cover unterstreicht, ging es nun wesentlich düsterer und drückender zu. Anfangs lernte Mia diese neue für sie strahlende Welt der Engel erst einmal kennen. Sie war regelrecht fasziniert von diesen strahlenden Auren, die sie bei Raphael, Gabriel aber auch Keon (nach diesem Band wissen wir auch warum 😉) wahrnehmen konnte. Sie erlebt diese Hochgefühle in der Liebe zu Gabriel, knüpft neue Freundschaften und kann endlich ein weitestgehend "normales" Leben führen. Dann kommt die große Schlacht und mit ihr der Verlust ihres Liebsten, der sie dann in die Verzweiflung stürzt. Schon zu Beginn von Sum lux in tenebris ist die Stimmung erdrückend, traurig, voller Verzweiflung und Trauer. Man merkt schnell, dass es alles andere als strahlend weiter gehen wird, sondern dass die Situation ernst ist, die Dunkelheit zieht auf und lässt Mia und auch alle anderen ihre Unbekümmertheit vergessen. Diesen Kontrast finde ich so spannend und ich bin wirklich noch gespannter darauf, wie es sich im dritten und letzten Teil hin entwickelt. Ob es wohlmöglich noch düsterer wird.

Auch diesmal wurde zum Ende hin nochmal am Spannungsbarometer gedreht, und das nicht zu knapp. Ich bin wieder einmal sprachlos und unfassbar geschockt, begeistert und unendlich neugierig! Das was mir auf den ersten Seiten gefehlt hat, kam dann danach doppelt und dreifach. Es war wieder einmal soo unglaublich dramatisch und emotional nervenaufreibend!! Zurück blieb am Ende nur noch ein Seufzen und Stille!!

Fazit
Krieger des Lichts [Sum lux in tenebris] macht genau da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Mit einer grandiosen Mischung aus Drama, Tragik und Humor hat die Autorin eine mehr als würdige Fortsetzung erschaffen!! Definitive Leseempfehlung!!


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