[Rezension] Palace of Glass [Die Wächterin] - C.E. Bernard

Samstag, 21. April 2018

Infos
Verlag: Penhaligon ~ Format: Paperback ~ Altersempfehlung: k.A. ~ Seitenzahl: 416 ~
ISBN: 978-3-7645-3195-9 ~ Preis: € 14,00 (D)
Klappentext
Stellen Sie sich vor…

London wäre ein Ort, an dem Tugend und Angst regieren. Ein hartes Gesetz untersagt den Menschen, die Haut eines anderen zu berühren. Denn die Bevölkerung und insbesondere das Königshaus fürchten die Gefahr, die von den sogenannten Magdalenen ausgeht – Menschen, deren Gabe es ist, die Gedanken anderer durch Berührung zu manipulieren. Die junge Rea zeigt so wenig Haut wie möglich. Einzig während illegaler Faustkämpfe streift sie ihre Handschuhe ab. Doch wie kommt es, dass die zierliche Kämpferin ihre körperlich überlegenen Gegner stets besiegt? Und warum entführt sie der britische Geheimdienst? Bald erfährt Rea, dass sie das Leben des Kronprinzen beschützen muss. Doch am Hof ahnt niemand, dass sie selbst sein größter Feind ist.
So beginnt es
Keinerlei Berührung.
Was ich sage
Das Buch Palace of Glass [Die Wächterin] von C.E. Bernard hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Schirm und es war eher ein Spontankauf, weil es mir die Tage und Wochen zuvor immer wieder auf sämtlichen Plattformen über den Weg gelaufen ist. Im Rahmen einer tollen Leserunde  hatte ich die Möglichkeit das Buch relativ zeitnah zu lesen. Aber bevor ich zum Inhalt komme, komme ich zum Äußeren.

Das Cover ist wirklich sehr schlicht gehalten. Der Titel ist eigentlich der dominanteste Teil bei diesem Buchdeckel und kommt auf dem seidig anmutenden Verlauf von Weiß zu Blau oder umgekehrt hervorragend zur Geltung. Im Hintergrund ist das feuerrote Seidenband zu erkennen, dass in dieser Geschichte eine besondere Bedeutung spielt. Mir persönlich gefällt das Cover schon, auch wenn es definitiv in die Kategorie Understatement passt.

Worum geht es denn nun in dem Buch?!
Zu Beginn lernen wir die junge Rea kennen, die eine ganz besondere und gefährliche Gabe hat. Sie ist eine Magdalena, die die Fähigkeit haben den Geist der Menschen auf verschieden Weisen zu beeinflussen. So spannend, wie diese Fähigkeiten auch sind, so anstrengend ist es auch für die junge Frau der Sucht, der sogenannten Haut- und Geistgier nicht nachzugeben. Aber in einer Gesellschaft, in der Berührungen nicht geduldet werden, ist es für sie um so schwerer, diesem Drang nicht nachgeben zu wollen. Als Rea ausgewählt wird, das Leben des Kronprinzen Robin zu beschützen, verändert sich für sie alles, denn abgesehen davon, dass sie sich in die Höhle des Löwen begibt. Was anfangs noch als eine irgendwie lösbare Aufgabe erscheint, wird schnell zu einer echten Herausforderung, denn wirklich jemanden trauen kann sie nicht.

Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, waren meine Erwartungen nicht unbedingt hoch. Eigentlich hatte ich überhaupt gar keine Erwartungen, denn ich wollte mich wirklich überraschen lassen. Vielleicht war es ein Fehler, nicht auf mein Bauchgefühl zu hören, denn leider hat mich das Buch wirklich ein paar Nerven gekostet. Eines vorweg - ich habe das Buch beendet und es hat mir schlussendlich auch gefallen, aber es gab ebenso viele Stellen, an denen ich es einfach nur in die Ecke hätte pfeffern und abbrechen hätte können. Die Leserunde hat mich dann ehrlich gesagt motiviert, es doch noch weiter zu lesen, da einige die gleichen Schwierigkeiten hatten.
Grundsätzlich finde ich die Idee, die hinter der ganzen Geschichte steckt spannend und sehr interessant. Die Gesellschaft und Moralvorstellungen, die die Autorin kreiert hat, sind zwar, zugegeben, teilweise wirklich heftig und krass, aber auch nachvollziehbar. Wenn es wirklich die Magdalenen gibt und sie einen solchen Einfluss auf den menschlichen Geist haben, dann ist es umso verständlicher, dass seitens der Regierung eingegriffen werden wurde. Dass es allerdings schon einer Hexenjagd gleicht, zeigt wiederum wie rückständig diese Gesellschaft doch in ihren Denkmustern ist.

Nun ja, in die Handlung bin ich leider anfangs sehr schlecht reingekommen. Es ist seit langem das erste Buch, dass es mir so schwer gemacht hat! Im Grunde wollte ich nach den ersten beiden Kapiteln schon abbrechen, habe mich dann aber irgendwie durch die Seiten gekämpft. Leider ist mir dadurch auch die Freude am Lesen etwas abhanden gekommen. Nachdem mir also der Einstieg eher schwer fiel, konnte ich mich ab der Hälfte dann doch noch auf das Buch einlassen und auch das Lesen fiel mir leichter. Die Handlung wurde zunehmend spannender, fehlende Infos haben motiviert weiter zu lesen und zu erfahren, was mit den Figuren geschieht. Allerdings hat diese wesentlich bessere zweite Hälfte des Buches meine Meinung leider nicht ändern können.

Auch mit dem Schreibstil von C.E. Bernard bin ich anfangs überhaupt nicht klar gekommen. Es war alles so langatmig und irgendwie auch uninteressant. An vielen Stellen war er mir auch zu kompliziert, ein flüssiges Lesen war eigentlich kaum möglich und auch mein Kopfkino wollte diesmal nicht mitspielen.
Sonst gelingt es mir immer sehr gut mir ein Bild von den Figuren zu machen, aber hier hat es überhaupt nicht funktioniert. Von Rea könnte ich nicht mal mehr sagen, welche Haarfarbe sie hat, nur, dass sie eine Magdalena ist und Underground-Fights bestreitet. Zum Kronprinzen Robin fällt mir ein wenig mehr ein, nämlich dass er schon ein ziemlich arroganter Mensch ist, aber vieles anscheinend auch nur Fassade ist. Er hat für mich persönlich, die größte und spannendste Entwicklung von allen gemacht. Mit Blanc, dem Weißen Ritter, bin ich irgendwie nicht warm geworden, obwohl er eine eher brüderliche oder sogar väterliche Rolle gegenüber Rea entwickelt hat. Und Ninon war die ganze Zeit über eine der Figuren, die ich am wenigstens einschätzen konnte.

Trotz aller Schwierigkeiten war es eine tolle Erfahrung mit einer so großen Leserunde ein Buch zu lesen. Und es hat mich gepusht, doch bis zum Ende durch zu halten. Ich finde das Buch nicht schlecht, es hat eine spannende Grundidee, leider bin ich damit nicht ganz so warm geworden und werde daher die beiden weiteren Teile vorerst nicht lesen.
Fazit
Palace of Glass [Die Wächterin] hat mich wirklich Nerven gekostet und am Ende doch ein kleines bisschen überrascht. Eine tolle Idee mit vielen gesellschaftskritischen Aspekten und einer Welt, die ganz ohne Berührung auszukommen scheint, leider für meinen Geschmack zu langatmig und ohne genügend Tiefgang.






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